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Von Verbraucherinformation bis Zweitwagenreglung
Ich versuche möglichst verständlich, wenn auch nicht juristisch verbindlich zu erklären, was sich hinter verschiedenen Fachbegriffen verbirgt. Neuigkeiten zum Versicherungsvertragsgesetz 2008 von der Deutschen Versicherungsakademie.

Verbraucherinformation
Im Rahmen der VVG-Reform wird das in der Versicherungswirtschaft weit verbreitete Policenmodell abgeschafft. § 7 VVG-E verpflichtet den Versicherer in Zukunft nämlich, alle Vertragsbestimmungen bereits vor Vertragserklärung (also Antragstellung) des VN auszuhändigen.
Dies bedeutet, dass der Versicherer zukünftig dem Versicherungskunden alle Verbraucherinformationen bereits bei Antragstellung zu erteilen hat.

Da das Gesetz noch neu ist und viele Veränderungen enthält, empfehle ich als Informationsquelle die Seiten der Deutschen Versicherungsakademie.

Verbundene Lebensversicherung

Gibt es sowohl als Kapitallebensversicherung, als auch als Risikolebensversicherung. Für ein (meist) Ehepaar wird eine Versicherung abgeschlossen, bei der nach dem Tod eines der beiden Partner der Überlebende eine Summe erhält. Danach ist der Vertrag beendet.
Vorteil: Die Versicherung ist billiger als zwei Verträge und wenn es weiter keine zu versorgenden Personen gibt, dann braucht ja auch niemand Geld, wenn der die zweite Person  stirbt.
Nachteil: Wenn diese Versicherung mit zur Finanzierung oder Absicherung bei Immobilien eingesetzt wird und das Paar trennt sich,- das gibt Stress (im Kundenkreis erlebt).

Versicherte Person

Die versicherte Person ist die Person, auf deren Namen eine Versicherung abgeschlossen wird. An dem Vertrag können noch viel mehr Leute beteiligt sein.

Die begünstigte Person muss keine Person sein. Es kann auch eine Bank Anspruch auf das Geld haben. Sie können auch das Geld aus dem Vertrag der katholischen Kirche oder Ihrem Kegelverein vermachen. Wenn bei Vertragsabschluss die begünstigte Person nicht unwiderruflich festgelegt wurde, sind Sie völlig frei in der Entscheidung.

Versicherungsvertrag

Ein Versicherungsvertrag kommt in der Regel dadurch zustande, dass Sie einen Versicherungsantrag stellen. Das waren gaaaanz früher Vordrucke auf Papier, die Sie zusammen mit einem Versicherungsvertreter ausgefüllt haben. Heute sind das moderne, selbsterklärende elektronische Formulare, die Sie nach einem Versicherungsvergleich im Internet selbst ausfüllen. Dabei bitten Sie die Gesellschaft Ihrer Wahl, Sie doch gegen die Zahlung eines geringen Obolus gegen die Unbill des Lebens wie Krankheit, Rechtsstreit oder Tod zu versichern. Alle Fragen die gestellt werden beantworten Sie natürlich wahrheitsgemäss und vollständig.
Jetzt prüft der Versicherer, ob er Ihrer Bitte nachkommt und Ihr Geld annimmt. Wenn er dann die Police zuschickt, hat sich der Versicherer schweren Herzens entschieden. Aber noch immer ist der Vertrag nicht gültig, haben Sie keinen, oder nur vorläufigen  Versicherungsschutz. Jetzt können Sie ja noch vom Vertrag zurücktreten. Wenn aber die Erstprämie gezahlt wurde, dann ist der Vertrag in Kraft.

Vorläufige Deckung

Bis alle Wege vom Antrag auf eine Versicherung bis zum gültigen Versicherungsvertrag gegangen sind, kann gelegentlich einige Zeit vergehen. Deshalb erklären die Versicherungen oft einen vorläufigen Versicherungsschutz.
Sehr schnell bei meinen Sofortpolicen.

Der “Wert1914”

ist üblich bei der Preisbestimmung von Gebäudeversicherungen. Er dient als fester Bezugspunkt, von dem aus der Versicherungswert von Häusern errechnet wird. Das Jahr 1914 war das letzte Jahr der Goldmark. Der Preis für ein Haus mit allen Kosten wie Materialkosten, Lohnkosten für Handwerker usw. betrug 1914 Beispielsweise 10 000 Goldmark. Dieser Wert wurde auf 100% gesetzt. Da sich die Löhne und die Materialkosten ständig ändern, muss heute etwas mehr als 100 000€ für ein gleichwertiges Gebäude angesetzt werden. Der Baupreisindex beträgt z.Zt. rund 103.

Zum Versicherungsvergleich09Berechnung Wert 1914 für Einfamilienhäuser

Zum Versicherungsvergleich10Berechnung Wert 1914 für Mehrfamilienhäuser

Wiederrufsrecht

Innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Versicherungspolice können Sie den Versicherungsvertrag ohne irgendwelche Begründungen einfach schriftlich wiederrufen.

Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung deckt die materiellen Schäden an Ihrem Haus, die durch Feuer, Sturm und Leitungswasser entstehen können. Elementarschäden wie Hochwasser können gegen Zuschlag ebenfalls versichert werden. Bei der Wohngebäudeversicherung spricht man von einer “gleitenden Neuwertversicherung”. Das bedeutet, das der Wert Ihres Hauses durch die schwankenden Baupreise und die Inflation sich jedes Jahr verändert. Egal, wie sich aber dieser Wert verändert, das Haus wieder so hergestellt wie es dem Neuzustand entsprach. Die Handwerkerlöhne und Materialpreise werden den aktuellen örtlichen Gegebenheiten entsprechend ersetzt. Sogar inzwischen erlassene Gesetze oder Verordnungen, die den Preis in die Höhe treiben können, sind zum grossen Teil gedeckt. Die Berechnung findet nach einem Wert 1914 statt.

Zeitwert

Durchschnittlicher, am Ort und zur Zeit für eine Sache zu erzielender oder zu bezahlender Preis. Am bekanntesten ist vielleicht die “Schwacke- Liste”, in der monatlich der Marktpreis von Autos dargestellt wird. 
Wichtig: Die Hausratversicherung ist keine Zeitwert, sondern eine Neuwertversicherung. Wenn Sie Ihren Hausrat oder Teile Ihres Hausrats durch ein versichertes Ereignis verlieren, dann können Sie als Ersatz ein gleichwertiges Neuteil in Rechnung stellen. Einen 10 Jahre alten verbrannten Teppich müssen Sie nicht durch einen Belag vom Flohmarkt ersetzen. Für einen 10 Jahre alten Computer werden Sie aber wohl heute nur einen Taschenrechner ansetzen können.

Zahlweise

Bei Zahlung des Jahresbeitrages in halb-, vierteljährlichen oder monatlichen Raten fordern die Versicherungen einen Ratenzuschlag mit der Begründung höherer  Verwaltungskosten. Dabei nehmen sie üblicherweise einen Zuschlag von

Monatliche Zahlungsweise setzt meist voraus, dass die Beiträge im Lastschriftverfahren abgebucht werden.

Zweitwagenregelung

Die Zweitwagenregelung besagt, dass ein PKW in eine Schadensfreiheitsklasse eingestuft werden kann, wenn auf denselben Versicherungsnehmer bereits ein  PKW zugelassen ist und dieser auch eine Schadensfreiheitsstufe hat. Diese Regelung ist von Versicherer zu Versicherer sehr unterschiedlich.
Gedacht ist das so:
Ein Paar hat viele Jahre nur ein Auto, das beide Partner nutzen. Jetzt wird ein Zweitwagen angeschafft und der “Mitnutzer” steigt normalerweise bei 140% ein, weil er ja keinen Schadensfreirabatt erworben hat. Hier sagen aber die Versicherungen, der Kunde kann ja glaubhaft machen, dass er seit Jahren eine Fahrerlaubnis hat und auch gefahren ist. Dann hat er Fahrpraxis und ist kein Anfänger mehr. Ausserdem bekommen wir einen neuen Kunde, also wollen wir mal nicht so sein und eine kulante Regelung finden.
Es geht aber nicht, das der Filius ohne jede Fahrpraxis den Rabatt in Anspruch nimmt.