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Von Verbraucherinformation bis Zweitwagenreglung
Ich versuche möglichst verständlich, wenn auch nicht juristisch verbindlich zu erklären, was sich hinter verschiedenen Fachbegriffen verbirgt. Neuigkeiten zum Versicherungsvertragsgesetz 2008 von der Deutschen Versicherungsakademie.

Einbruch

Einbruchsdiebstahl

Liegt dann vor, wenn ein Täter zur Ausführung eines Diebstahls in ein Gebäude oder eine Wohnung einbricht, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsgemäßen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in dem Raum verborgen hält. Wenn der Dieb aber mit einem Trick oder unter einem Vorwand in Ihre Wohnung kommt, oder Sie ihn gar selbst in die Wohnung bitten, dann ist das kein Einbruch und was er klaut fällt nicht unter Einbruchsdiebstahl.
->siehe auch “Allgemeine Hausratsversicherungsbedingungen”
In der Hausratsversicherung versichert.

Eintrittsalter

Das Alter der versicherten Person bei Vertragsbeginn. Wird von den Versicherungen unterschiedlich ermittelt. Es kann das Alter, das im Abschlussjahr erreicht wird sein (also: wenn die Versicherung am 1.1.2005 beginnt und der Kunde am 31.12.2005 seinen 40. Geburtstag hat, dann ist das Eintrittsalter 40 Jahre), es wird aber auch das am Tag des Vertragsbeginns erreichte tatsächliche Alter verwendet.

Elektronik-Versicherung

Die Elektronik-Versicherung deckt die Beschädigung oder Zerstörung elektronischer Geräte durch  Bedienungsfehler, Fahrlässigkeit oder Ungeschicklichkeit, Überspannung, Induktion, Kurzschluß, Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion, Wasser, Feuchtigkeit, Überschwemmung - versichert ist z.B. auch, wenn durch das Verschütten von Kaffee die Tastatur eines Gerätes unbrauchbar wird. Vorsatz dritter Personen, Sabotage, Vandalismus, höhere Gewalt usw.
Im Zusammenhang mit Betriebshaftpflicht/Betriebsinventarversicherung sehr günstig abzuschließen.

Erhöhte Gefahr

Höheres Risiko als bei Vertragsabschluss vom Versicherungsnehmer angegeben.
Wenn sich z.B. der Wert von versicherten Sachen erhöht (Ersatz der Jaffa- Möbel durch Ebenholz) oder ein Schadenrisiko steigt (Baugerüst vor Fenster) ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, dieses der Versicherung anzuzeigen und die Versicherung darf die Prämie neu festlegen. Das verschweigen einer erhöhten Gefahr bringt dem Versicherten im Schadensfall nichts als Ärger.

Erlebensfall

Im Lebensversicherungsvertrag vereinbartes Erreichen eines bestimmten Alters oder eines bestimmten Datums durch die versicherte Person. Zu diesem Zeitpunkt wird die Leistung durch die Versicherung fällig.

Erstprämie

Durch Zahlung der Erstprämie wird ein Versicherungsvertrag rechtsgültig.
Bei verspäteter Zahlung der ersten Prämie ist die Versicherung berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten. Sie ist bei Eintritt eines Schadens dann leistungsfrei.

Explosion

Ist eine auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen beruhende, plötzlich verlaufende Kraftäußerung. Es blitzt und knallt und alles fliegt auseinander- kann sich jeder sicher vorstellen.
Siehe: Allgemeine Hausratversicherungsbedingungen (VHB 92)
In der Hausratversicherung versichert.

Fahrer (unberechtigter)

In der Kfz- Haftpflichtversicherung die Person, die ein Fahrzeug in Betrieb nimmt oder führt. Wenn der Fahrer das Fahrzeug unberechtigt gebraucht (Diebstahl) oder keine gültige Fahrerlaubnis hat, so ist die Versicherung von der Leistung frei. Das gilt auch z.B. bei Alkoholgenuss oder unter Drogen.
Siehe : Allgemeine Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung (AKB)
Diese Bestimmung kann zu ganz blöden Situationen führen. Echter Fall:
Ihr Auto wird geklaut und an einem Teich von den Dieben in Brand gesteckt. Dann verschwinden die Diebe unerkannt. Die Feuerwehr kommt, löscht das Feuer und durch den Ölaustritt muss verseuchter Boden entfernt werden. Durch die Fahrgestellnummer werden Sie als Halter des Fahrzeugs ermittelt und müssen für den ganzen Schaden materiell einstehen. Die Versicherung ist von der Leistung frei. Das ist Ungerecht, aber so ist die Rechtslage.

Fahrlässigkeit

Wenn der Versicherungsnehmer die notwendige Sorgfaltspflicht verletzt und dadurch ein Versicherungsfall entsteht, spricht man von Fahrlässigkeit. Grob fahrlässig ist eine besonders schwere Verletzung der Sorgfaltspflicht.
Ein wunderbares Gebiet für Winkeladvokaten. Jedes Gericht sieht je nach Mondphase, Nasenform und gefühlter Temperatur “notwendige” und “nicht notwendige” Sorgfaltspflicht, normale Fahrlässigkeit und grobe Fahrlässigkeit anders.
Zwischen der Auffassung, dass wir alle Menschen sind und auch mal Fehler machen und dem Standpunkt, dass jeder Verstoß gegen ein Gesetz, eine Verordnung oder Anordnung eine schwere Fahrlässigkeit, ja ein Verbrechen ist, kann einem vor Gericht alles passieren. Hier brauchen Sie dann die Rechtsschutzversicherung, die die Kosten eines Rechtsstreits trägt.

Folgeprämie

Ist die Prämie für eine Versicherung , die nach der Erstprämie fällig wird. Wird eine Prämie nicht rechtzeitig bezahlt, so stellt der Versicherer dem Versicherungsnehmer eine Zahlungsfrist unter Angabe von Rechtsfolgen. Das führt dann über mehrere Stufen bis zur Kündigung. Im Schadensfall verbessern sich die Aussichten der Versicherung, nicht zahlen zu müssen.

Folgeschaden

Der Schaden, der zwangsläufig einem ersten Schaden folgt. Wenn also das Dach brennt und die Feuerwehr kräftig löscht, dann gibt es nicht nur einen Brandschaden im Dachstuhl, sondern auch einen Wasserschaden im Keller. Das ist der Folgeschaden. In der Wohngebäudeversicherung versichert.

Fondversicherungen

Lebens- Renten- oder Unfallversicherungen, die den Sparanteil der Police in Investmentfonds investiert. Dadurch entsteht die Chance auf erheblich höhere Ablaufleistungen. Auch mit kostenträchtiger Garantie für das eingezahlte Kapital.

Fremdversicherung

Eine Fremdversicherung liegt vor, wenn der Versicherungsnehmer und die versicherte Person nicht identisch sind, der versicherten Person aber die Rechte aus dem Vertrag zustehen.
Schließt der Ehemann auf das Leben seiner Ehefrau eine Lebensversicherung ab, liegt eine Fremdversicherung vor.